Die Ballen fühlen sich hart und rau an, vielleicht zeigen sich schon feine Risse: Trockene und rissige Pfoten gehören zu den häufigsten Pfotenproblemen bei Hunden. Meist steckt nichts Ernstes dahinter, sondern schlicht Beanspruchung – durch Streusalz, heißen Asphalt, rauen Untergrund oder trockene Heizungsluft. Mit regelmäßiger Pflege bleiben die Ballen in vielen Fällen geschmeidig.
Hier erfährst du, woher trockene und rissige Pfoten kommen, wie du sie pflegst, was du besser lässt – und woran du erkennst, dass die Pfote in tierärztliche Hände gehört.
Trocken, rau oder rissig: Wie ist der Zustand der Pfote?
Bevor du etwas unternimmst, lohnt ein genauer Blick. Setz dich in Ruhe zu deinem Hund, nimm eine Pfote nach der anderen in die Hand und schau dir Ballen, Ballenränder und die Zwischenräume der Zehen an:
| Zustand | Woran du ihn erkennst | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Trocken & rau | Ballen fühlen sich hart, stumpf oder schuppig an, aber die Haut ist geschlossen | Regelmäßig pflegen, Belastung verringern |
| Feine Risse | Oberflächliche Linien in der Hornhaut, kein Blut, der Hund läuft normal | Konsequent pflegen, täglich kontrollieren |
| Tiefe oder blutende Risse | Klaffende oder nässende Stellen, Rötung, Schwellung, der Hund lahmt oder leckt ständig | Tierärztlich abklären lassen |
Diese Einteilung ersetzt keine Diagnose. Sie hilft dir aber einzuschätzen, ob Pflege der richtige nächste Schritt ist.
Ursachen: Warum werden Hundepfoten trocken und rissig?
Streusalz, Kälte und Heizungsluft
Im Winter kommt einiges zusammen: Streusalz entzieht der Ballenhaut Feuchtigkeit, Kälte und Nässe setzen ihr zu, und drinnen trocknet warme Heizungsluft sie zusätzlich aus. Wie du die Pfoten in dieser Zeit schützt, erklären wir ausführlich im Ratgeber Pfotenschutz im Winter.
Heißer Asphalt und rauer Untergrund
Im Sommer heizt sich Asphalt stark auf und trocknet die Ballen aus. Das ganze Jahr über beanspruchen Schotter, Splitt und Beton die Haut mechanisch – besonders bei Hunden, die viel und lange auf befestigten Wegen unterwegs sind.
Häufiges Waschen und ungeeignete Mittel
Wer die Pfoten nach jedem Spaziergang mit heißem Wasser, Seife oder gar Desinfektionsmitteln reinigt, trocknet die Haut aus. Lauwarmes Wasser und gründliches Abtrocknen reichen in der Regel.
Alter, Veranlagung und Gesundheit
Bei manchen Hunden, häufig bei älteren, verdicken und verhornen die Ballen mit der Zeit stärker. Auch Allergien, Hauterkrankungen, hormonelle Störungen oder die Ernährung können eine Rolle spielen. Wenn die Pfoten trotz guter Pflege immer wieder trocken und rissig werden oder sich die Ballen sichtbar verändern, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Was hilft bei trockenen und rissigen Pfoten?
Für trockene, raue Ballen und feine Risse hat sich eine einfache Pflegeroutine bewährt:
- Reinigen: Pfoten mit lauwarmem Wasser säubern, Schmutz, Salz und Splitt aus den Zwischenräumen entfernen.
- Trocknen: gründlich abtrocknen, auch zwischen den Zehen. Feuchtigkeit, die in den Zwischenräumen bleibt, weicht die Haut auf.
- Pflegen: eine kleine Menge Pfotenbalsam auf Ballen, Ballenränder und Zwischenräume auftragen und sanft einmassieren.
- Einwirken lassen: Am besten pflegst du abends, wenn dein Hund zur Ruhe kommt – dann hat der Balsam Zeit einzuziehen.

Bei stark beanspruchten Pfoten kannst du anfangs täglich pflegen, danach genügt meist zwei- bis dreimal pro Woche. Ein wasserfreier Pfotenbalsam für Hunde mit Pflanzenbuttern, Ölen und Naturwachsen pflegt die Ballen geschmeidig und bildet gleichzeitig einen Schutzfilm gegen neue Belastungen.
Das Eincremen mit dem Finger hat einen Nebeneffekt, der gerade bei rissigen Pfoten wichtig ist: Du ertastest jede raue Stelle und bemerkst früh, wenn sich etwas verändert.
Lunas Pfoten und ich
Bei Luna werden die Ballen vor allem zu zwei Zeiten trocken: im Sommer, wenn es heiß, staubig und trocken ist, und im Winter, wenn die Pfoten erst im Schnee kalt und nass werden und danach in der Heizungsluft austrocknen. Gemerkt habe ich das meist beim „Pfote geben“ oder bei kleinen Kunststücken. Wenn sie mich mit ihren Reibeisen-Pfoten berührt hat, bin ich jedes Mal erschrocken. Heute creme ich ihre Pfoten zwei- bis dreimal pro Woche ein, meist zusammen mit Zähneputzen und Bürsten. So ist es eine feste Routine. Leicht war das anfangs nicht: Luna ist an den Pfoten sehr kitzelig und wollte vom Eincremen erst gar nichts wissen. Inzwischen weiß sie, dass es ihren Pfoten guttut – und dass es danach immer ein Leckerchen gibt.
Christoph Peters
Was du besser vermeidest
- Hornhaut abschneiden oder abziehen: Die Hornhaut schützt die Pfote. Überstehende Hautfetzen oder stark verdickte Ballen gehören in tierärztliche Hände.
- Parfümierte Handcremes: Pflegeprodukte für Menschen enthalten oft Duft- und Konservierungsstoffe und viel Wasser. Für eine Pfote, die abgeleckt wird, sind sie keine gute Wahl.
- Zu viel auf einmal: Dick aufgetragenes Fett leckt dein Hund eher ab, und es hinterlässt Spuren auf dem Boden. Eine dünne Schicht reicht.
- Heißes Wasser und Seife: Beides entfettet die Haut und macht die Ballen noch trockener.
Und Hausmittel wie Vaseline, Melkfett oder Kokosöl? Sie sind weit verbreitet, haben aber jeweils Nachteile – etwa weil Vaseline ein Erdölprodukt ohne eigenen Pflegewert ist. Warum das bei ableckbarer Pflege wichtig ist, erklärt unser Artikel Was steckt wirklich in Pfotencremes?
Vorbeugen: So bleiben die Ballen geschmeidig
- Regelmäßig pflegen – nicht erst, wenn die Ballen schon rissig sind.
- Im Winter vor dem Spaziergang eincremen und nach Wegen mit Streusalz lauwarm abspülen.
- Im Sommer heißen Asphalt in der Mittagshitze meiden. Faustregel: Wenn du deinen Handrücken nicht sieben Sekunden auf den Asphalt legen kannst, ist er zu heiß für Hundepfoten.
- Das Fell zwischen den Ballen kurz halten, damit sich weniger Schmutz, Salz und Eis festsetzen.
- Nach langen Touren auf rauem Untergrund die Pfoten kontrollieren und pflegen.
Wann du zur Tierärztin oder zum Tierarzt solltest
Pflege hilft bei trockenen und leicht beanspruchten Ballen. Lass die Pfote tierärztlich ansehen, wenn:
- Risse tief sind, bluten oder nässen
- die Pfote gerötet, geschwollen oder warm ist
- dein Hund lahmt oder die Pfote nicht belasten will
- er ständig an den Pfoten leckt oder knabbert
- sich die Ballen sichtbar verändern, etwa stark verdicken, verhornen oder verfärben
- die Probleme trotz regelmäßiger Pflege länger als zwei bis drei Wochen anhalten
Häufige Fragen zu rissigen Pfoten beim Hund
Was hilft bei rissigen Pfoten beim Hund?
Bei trockenen Ballen und feinen Rissen: lauwarm reinigen, gut trocknen und regelmäßig mit einem ableckbaren Pfotenbalsam pflegen. Gleichzeitig die Ursache angehen, etwa Streusalz oder heißen Asphalt meiden. Tiefe oder blutende Risse gehören in tierärztliche Behandlung.
Sind rissige Pfoten beim Hund gefährlich?
Feine Risse in der Hornhaut sind meist harmlos, aber unangenehm. Problematisch wird es, wenn Risse tief werden: Dann können Schmutz und Keime eindringen, und es kann zu Entzündungen kommen. Deshalb lohnt es sich, früh zu pflegen und regelmäßig zu kontrollieren.
Warum leckt mein Hund ständig an den Pfoten?
Gelegentliches Lecken gehört zur normalen Fellpflege. Leckt oder knabbert dein Hund aber ausdauernd und immer wieder, steckt meist ein Grund dahinter: ein eingetretener Fremdkörper, eine kleine Verletzung, Juckreiz etwa durch eine Allergie, eine Entzündung – oder auch Langeweile und Stress. Von außen lässt sich das kaum unterscheiden. Anhaltendes Lecken gehört deshalb tierärztlich abgeklärt, Pflege allein ist dafür keine Lösung.
Warum hat mein älterer Hund so harte, rissige Ballen?
Mit dem Alter verändern sich bei manchen Hunden die Ballen, sie werden dicker und verhornen stärker. Das sollte einmal tierärztlich angesehen werden, damit andere Ursachen ausgeschlossen sind. Regelmäßige Pflege kann die Ballen dann geschmeidiger halten.
Wie oft sollte ich rissige Pfoten eincremen?
Anfangs gerne täglich, am besten abends. Fühlen sich die Ballen geschmeidig an, reichen zwei- bis dreimal pro Woche und zusätzlich an Tagen mit Streusalz oder großer Hitze.
Kann die Ernährung eine Rolle spielen?
Ja, die Versorgung mit Nährstoffen wie Fettsäuren und Spurenelementen beeinflusst die Haut. Wenn du einen Zusammenhang vermutest, sprich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt, bevor du Futter oder Zusätze umstellst.
Kurz zusammengefasst: Trockene und leicht rissige Pfoten brauchen vor allem Regelmäßigkeit: sanft reinigen, gründlich trocknen, dünn pflegen und die Belastung verringern. Tiefe Risse, Entzündungszeichen oder anhaltende Probleme gehören in tierärztliche Hände.
