Hunde lecken sich die Pfoten – das ist ganz normales Verhalten. Es bedeutet aber auch: Alles, was du auf die Ballen aufträgst, landet früher oder später im Maul. Genau deshalb lohnt sich bei der Pfotenpflege ein Blick, den die wenigsten machen: der auf die Inhaltsstoffe.
Warum es Canisanum® gibt
Für meine Border-Collie-Hündin Luna habe ich viele Pfotenpflegeprodukte ausprobiert – überzeugt hat mich keines. Manche waren schmierig, manche rochen unangenehm chemisch, bei anderen standen Zusatzstoffe auf der Liste, die ich nicht auf Lunas Pfoten haben wollte. Und gegen manche hat Luna sich schlicht gewehrt. Das wollte ich besser machen. Als mich das Ergebnis überzeugt hatte, dachte ich: Vielleicht suchen andere Hundehalter genau das auch.
Christoph Peters
Die Liste der Inhaltsstoffe – die sogenannte INCI-Deklaration (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) – ist absteigend sortiert: Was vorne steht, ist am meisten drin. Wer sie lesen kann, erkennt in zehn Sekunden, wofür er bezahlt. Wir zeigen dir die vier Stoffgruppen, die in vielen Pfotencremes stecken, und woran du sie erkennst.
1. Erdölbasierte Stoffe: Paraffin, Vaseline & Co.
So erkennst du sie: Paraffinum Liquidum, Petrolatum (Vaseline), Mineral Oil, Cera Microcristallina, Ozokerite, Ceresin.
Diese Stoffe stammen aus der Erdölraffination und sind in der Kosmetik weit verbreitet – aus nachvollziehbaren Gründen: Sie sind sehr günstig, praktisch unbegrenzt haltbar und machen Texturen zuverlässig fest, auch bei sommerlichen Temperaturen.
Was man dabei wissen sollte: Erdölderivate sind biologisch inert. Sie enthalten keine Vitamine, keine essenziellen Fettsäuren und keine hautverwandten Bausteine. Sie legen einen glatten Film auf die Haut, der sich gepflegt anfühlt, solange er da ist – sie ziehen aber nicht ein und bringen keinen eigenen Pflegewert mit. In zertifizierter Naturkosmetik sind sie deshalb ausgeschlossen.
2. Silikone: das seidige Gefühl aus dem Labor
So erkennst du sie: Endungen auf „-cone“ oder „-siloxane“, etwa Dimethicone oder Cyclopentasiloxane.
Silikone sind synthetische Polymere und die Abkürzung zum sofort seidig-trockenen Hautgefühl. Sie glätten optisch, fühlen sich hochwertig an und kosten wenig. Einen eigenen Pflegewert haben sie nicht: Das angenehme Gefühl ist ein Oberflächeneffekt. Hinzu kommt, dass Silikone biologisch schwer abbaubar sind und dein Hund beim Ablecken ein synthetisches Polymer aufnimmt. Für ein Produkt, das bewusst ableckbar sein soll, passt das für uns nicht zusammen.
3. Emulgatoren, PEGs und die Konservierungs-Kette
So erkennst du sie: Cetearyl Alcohol, Glyceryl Stearate, Polysorbate, Carbomer und alle „PEG-“-Verbindungen (PEG-40, PEG-100 …).
Diese Gruppe erklärt eine Kettenreaktion: Die meisten handelsüblichen Cremes sind Wasser-Öl-Emulsionen. Wasser und Öl verbinden sich aber nicht von allein – dafür braucht es Emulgatoren. Und sobald Wasser im Spiel ist, können Keime wachsen – dafür braucht es Konservierungsstoffe wie Phenoxyethanol oder Benzoate. Ein Hilfsstoff zieht den nächsten nach sich.
Keiner dieser Stoffe pflegt. Sie sind Infrastruktur, damit eine wasserhaltige Rezeptur im Tiegel stabil bleibt. Es gibt einen einfachen Weg, die ganze Kette zu vermeiden: kein Wasser in der Rezeptur. Dazu gleich mehr.
4. Der größte Posten, an den niemand denkt: Wasser
So erkennst du es: Aqua – meistens an Position 1 der INCI-Liste.
Steht Wasser ganz vorne, ist es der Hauptbestandteil. In klassischen Emulsions-Cremes sind das häufig 60 bis 80 Prozent des Inhalts. Das ist weder verboten noch gefährlich – es heißt aber: Von 50 ml im Tiegel sind unter Umständen nur 10 bis 20 ml tatsächlich pflegende Substanz. Der Rest ist Wasser, zusammengehalten von Emulgatoren und haltbar gemacht von Konservierern. Auch hochdosiertes Glycerin oder Füllstoffe wie Talkum strecken eine Rezeptur, ohne Pflegetiefe zu liefern.
Typische Emulsions-Creme
Pfotenbalsam No. 1
Vereinfachte Beispieldarstellung. Der Wasseranteil klassischer Emulsions-Cremes liegt häufig bei 60–80 %.
Inhaltsstoffe in Pfotencremes auf einen Blick
| Stoffgruppe | Typische INCI-Namen | Was sie für die Pfote leistet |
|---|---|---|
| Erdölderivate | Paraffinum Liquidum, Petrolatum, Mineral Oil | Glatter Oberflächenfilm, biologisch inert – kein eigener Pflegewert |
| Silikone | Dimethicone, …-siloxane | Seidiges Sofortgefühl als Oberflächeneffekt, keine Pflege |
| Emulgatoren & PEGs | Cetearyl Alcohol, PEG-…, Carbomer | Technische Hilfsstoffe – halten Wasser-Öl-Mischungen stabil |
| Wasser & Füllstoffe | Aqua, Glycerin (hochdosiert), Talc | Volumen und Streichfähigkeit – verdünnen den Wirkstoffanteil |
Was das für den Preisvergleich bedeutet
Mit diesem Wissen verändert sich der Blick aufs Preisschild. Der faire Vergleich ist nicht „Tiegel gegen Tiegel“, sondern „Wirkstoff gegen Wirkstoff“: Ein wasserfreier Balsam besteht vollständig aus pflegenden Substanzen. Eine wasserbasierte Creme gleicher Größe enthält – je nach Wasseranteil – nur einen Teil davon. Rechnet man den Preis auf den tatsächlichen Wirkstoffgehalt um, schrumpft der Unterschied zwischen „günstig“ und „premium“ erheblich.
Wie wir es bei Canisanum® machen
Unser Pfotenbalsam für Hunde ist bewusst wasserfrei. Das ist keine Marketing-Formel, sondern eine Konstruktionsentscheidung mit Konsequenzen:
- Kein Wasser → kein Emulgator nötig → kein Konservierungsstoff nötig. Die ganze Hilfsstoff-Kette entfällt.
- Pflegende Öle und Butter statt Füllmasse: Bio-Sheabutter, Bio-Babassuöl, Bio-Jojobaöl, Bio-Ringelblumenöl-Auszug und Bio-Sanddornöl – jeder Bestandteil hat eine definierte Funktion.
- Festigkeit aus der Natur: Statt Mikrowachsen aus Erdöl sorgen Bio-Bienenwachs und Bio-Carnaubawachs – es gilt als das härteste Naturwachs und ist als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen – für Stabilität, auch im Sommer.
- Trockenes Hautgefühl ohne Silikone: Den schnellen Einzug und das matte Finish übernehmen das „trockene“ Babassuöl und Bio-Pfeilwurzmehl.
- Ableckbar ausgewählt: Alle Rohstoffe sind lebensmitteltauglich – weil wir wissen, wo der Balsam am Ende landet.
Aus der Entwicklung
Von Anfang an war klar: 100 % Wirkstoffe, ein echtes Konzentrat, damit wenig genügt. Bis die Rezeptur stand, hat es mehrere Anläufe gebraucht. Die meisten Versuche waren zu fettig und zogen zu langsam ein, einer färbte so stark, dass er Flecken hinterlassen hätte, ein anderer war zu weich. Das trockene Hautgefühl mit Pfeilwurzmehl habe ich ganz klassisch durch Ausprobieren gefunden. Bei den Rohstoffen achte ich auf das Bio-Zertifikat, auf den Geruch und darauf, wie sie sich auf der Haut anfühlen.
Christoph Peters
Transparenz gehört bei uns zur Methode: Wir entwickeln unsere Rezeptur wie ein Software-Release – versioniert, getestet, dokumentiert. Die vollständige Inhaltsstoffliste mit der Funktion jedes Rohstoffs findest du auf der Produktseite.
Checkliste für die nächste Pfotencreme
- Steht Aqua an erster Stelle? Dann kaufst du überwiegend Wasser.
- Tauchen Paraffinum Liquidum, Petrolatum oder Mineral Oil auf? Glatter Film statt Pflege.
- Endungen auf -cone oder -siloxane? Das seidige Gefühl kommt aus dem Labor.
- Viele PEG-Einträge und Konservierer? Folge der Wasserbasis, nicht der Pflege.
- Die Gegenprobe: Hat jeder gelistete Stoff eine erkennbare Pflegefunktion?
Hinweis: Dieser Artikel ordnet Stoffgruppen sachlich ein. Welcher Ansatz der richtige ist, entscheidest du für deinen Hund. Unser Beitrag dazu: vollständige Transparenz darüber, was bei uns im Tiegel ist – und was bewusst nicht.
